Futterumstellung bei Katzen

Eine Futterumstellung bei Katzen kann gut gehen, oder aber dem Besitzer schlaflose Nächte bereiten. Denn Katzen sind Gewohnheitstiere, die sich auf „ihr“ gewohntes Futter festlegen und meist nur höchst ungerne auf eine andere Sorte wechseln. Diese Vorliebe sagt dabei nichts über die Qualität des Futters aus, sondern nur über die Prägung der Katze.

In freier Wildbahn ist dies ein Überlebensvorteil, da die Katze so bei einer vertrauten Beute bleibt und dem Risiko fremder und gefährlicher Beute entgeht. Manchmal ist ein Wechsel aber zwingend notwendig, wenn beispielsweise Krankheiten oder Allergien vorliegen. Damit der Wechsel gelingt, sind Geduld und manchmal ein paar kleine Tricks gefragt.

Die besten Möglichkeiten zur Futterumstellung

Welches die besten Möglichkeiten der Futterumstellung sind hängt immer von der jeweiligen Katze ab. Manche sind wahre Allesfresser, während andere sehr lange brauchen um eine neue Futtersorte auch nur zu probieren. Einige Hersteller geben zudem Geschmacksverstärker in das Futter, was einen Wechsel zu einer anderen Sorte noch schwieriger macht. Gerade hochwertigeres Futter ohne solche Zusätze wird deshalb schnell verschmäht. Hier ist viel Geduld gefragt.

Um später sich und Ihrer Katze eine Futterumstellung zu ersparen, sollten Sie insbesondere junge Katzen sehr vielseitig ernähren. So prägen Sie Ihren Stubentiger nicht auf eine bestimmte Sorte. Behalten Sie diese abwechslungsreiche Kost bei und füttern Sie auch später immer wieder einmal ein neues Futter. Setzen Sie von Beginn an auf hochwertiges Nassfutter, um gesundheitliche Probleme bei Ihrer Katze zu vermeiden.

Ein anderer Geschmack

Manchmal reicht schon ein anderer Geschmack der neuen Futtersorte, um Ihre Katze zu überzeugen. Wenn ihr Hühnchen nicht schmeckt, probieren Sie Fisch oder Rind. Kaufen Sie kleine Portionen anstelle großer Dosen, bis sie den richtigen Geschmack gefunden haben.

Zwei Näpfe für die Gewöhnung

Ein guter Trick insbesondere für sehr mäkelige Katzen sind zwei Näpfe für die Gewöhnung an ein neues Futter: In einem füttern Sie wie gewohnt die bekannte Futtersorte. In den zweiten Napf gegen Sie eine kleine Portion des neuen Futters. Auf diese Weise kann Ihre Katze sich an den Geruch gewöhnen. Vielleicht wird sie sogar neugierig und probiert es schließlich.

Futter mischen

Mischen Sie nach und nach immer mehr von dem neuen Futter unter die gewohnte Futtersorte. Beginnen Sie mit sehr kleinen Mengen des neuen Futters, denn Katzen sind Großmeister darin Veränderungen sofort wahrzunehmen. Wer schon einmal vergeblich versucht hat eine Tablette unter das Futter zu schmuggeln kann ein Lied davon singen. Bei manchen Tieren dauert der Wechsel mit dieser Methode sechs bis acht Wochen. Bei den meisten geht es glücklicherweise schneller.

Kaufen Sie auch hier kleine Tüten und Dosen des neuen Futters, bis die Umstellung gelungen ist. So vermeiden Sie es, große kaum genutzte Futterdosen wegwerfen zu müssen.

Trockenfutter einweichen

Wenn Sie Trockenfutter einweichen, erleichtert dies mitunter den Wechsel auf Nassfutter. Denn neben dem intensiven Geruch und Geschmack ist es auch das Mundgefühl von trockenen Futterbrocken, an das Ihre Katze sich gewöhnt hat. Indem Sie dies langsam ändern, erleichtern Sie den Futterwechsel.

Geben Sie Ihrer Katze bei einem Wechsel weg von Trockenfutter nur kleine Portionen, die tatsächlich gefressen werden. Besprühen Sie diese für ein paar Tage nur mit etwas Wasser. Da feuchtes Futter schnell schimmelt, sollte es nach der Mahlzeit wieder weggeräumt werden. Nach und nach weichen Sie das Trockenfutter nun weiter ein, bis es schließlich so vollgesogen ist, dass Sie es mit den Fingern zerdrücken können. Frisst Ihre Katze auch dies, können Sie nun beginnen langsam Nassfutter unterzumischen.

Verweigert Ihre Katze eingeweichtes Trockenfutter, können Sie anstelle von Wasser auch geschmacksintensivere selbstgekochte Hühnerbrühe verwenden. Verzichten Sie aber auf Instantprodukte, die zu viel Salz und andere Zusatzstoffe enthalten.

Wichtig bei der Futterumstellung

Besonders wichtig bei der Futterumstellung ist Geduld und Durchhaltevermögen. Drängen Sie Ihre Katze nicht, denn sie hat sehr feine Antennen und wird merken, dass etwas anders ist. Behalten Sie alle gewohnten Rituale wie feste Futterzeiten und Abläufe bei.

Der Wechsel auf ein anderes Futter ist leichter, wenn Ihre Katze mit einem gewissen Hunger zur Fütterung kommt. Verzichten Sie in dieser Phase der Umstellung deshalb auf Leckerlis und andere Snacks. Viel Aktivität sorgt ebenfalls dafür, dass Ihr Stubentiger sich mit Appetit auf seine Mahlzeiten stürzt. Diättage darf es aber auf keinen Fall geben: Schon ein Tag ohne Futter kann für Katzen schwere gesundheitliche Folgen haben. Einzelne ausgelassene Mahlzeiten sind hingegen selten ein Problem und führt meist dazu, dass bei der nächsten Fütterung etwas mehr gefressen wird.

Futterumstellung von Risikogruppen

Die Umstellung bei Risikogruppen erfordert ein besonderes Maß an Aufmerksamkeit. Gesundheitliche Gründe wie Nieren- oder Schilddrüsenprobleme, Allergien oder auch ein sehr hohes oder niedriges Alter setzen bestimmte Futtersorten voraus. Gleichzeitig sind diese Katzen empfindlicher und weniger robust.

Gesundheitlich belastete Katzen

Gesundheitlich belastete Katzen, die unter Nieren- oder Schilddrüsenproblemen leiden, brauchen spezielles Futter. Hier kann der Futterwechsel nicht lange aufgeschoben werden, da die falsche Ernährung die Probleme verstärken kann. Zugleich ist der Organismus der Katze bereits belastet, so dass eine Umstellung sanft geschehen sollte. In diesen Fällen ist es wichtig, dass Sie den Futterwechsel sehr bewusst angehen und aufmerksam verfolgen. Reagiert Ihre Katze mit Durchfall oder Futterverweigerung müssen Sie reagieren. Begleitende Untersuchungen durch den Tierarzt stellen sicher, dass  Ihre Katze alle Nährstoffe aus dem Futter erhält, die sie braucht.

Senioren

Die Senioren unter den Katzen haben in der Regel einen niedrigeren Energiebedarf als jüngere Artgenossen. Normales oder gar Kittenfutter führt bei ihnen schneller zu Übergewicht. Ebenfalls häufiger im Alter sind gesundheitliche Probleme, die eine spezielle Schonkost erfordern. Fehlen bereits einige Zähne, kann auch Trockenfutter nicht mehr gut gefressen werden.

Bei einer Futterumstellung ist es wichtig, den Organismus der älteren Katzen nicht zu überlasten und beispielsweise Durchfall zu vermeiden.

Kitten

Kitten sind für eine gesunde Entwicklung besonders angewiesen darauf, alle wichtigen Nährstoffe in der notwendigen Menge zu erhalten. Das falsche Futter oder längere Hungerphasen vertragen sie nicht gut und reagieren mit Durchfall oder wirken generell angeschlagen und geschwächt. Regelmäßige Untersuchungen bei Tierarzt helfen bei Problemfällen, Schwierigkeiten schnell zu erkennen und zu behandeln.

Fazit: Mit Geduld ans Ziel

Katzen sind Neophobiker, was ihr Futter angeht: Alles, was neu ist, wird mit Misstrauen bedacht und nur ungerne gefressen – falls überhaupt. Was in freier Wildbahn beim Überleben hilft, treibt Katzenhalter in die Verzweiflung.

Eine Futterumstellung ist grundsätzlich fast immer möglich, setzt aber Geduld, Durchhaltevermögen und mitunter ein paar Tricks voraus. Die Mühe lohnt sich allerdings: Der Wechsel auf ein hochwertiges Futter oder eine Sorte, die den gesundheitlichen Bedürfnissen Ihrer Katze entspricht, tut Ihrem Stubentiger gut.