Übergewicht bei Katzen: So nimmt Ihre dicke Katze wieder ab

Übergewicht bei Katzen ist die Ursache vieler Gesundheitsprobleme. Die Futtermenge zu halbieren oder Fastentage einzulegen, ist aber keine Lösung, denn dies kann schwere gesundheitliche Folgen haben.

Der Weg zum Normalgewicht kann je nach Ausgangsgewicht eine Weile dauern. Dafür wird es Ihrer Katze zusehends besser gehen: Sie wird agiler und fitter und gewinnt an Lebensfreude. Alles was Sie über dicke Katzen und das abnehmen wissen müsst, findet ihr hier im Artikel.

Katze Übergewicht: Alles was Sie über dicke Katzen wissen sollten

Ist Ihre Katze übergewichtig?

Ob Ihre Katze übergewichtig ist lässt sich gut feststellen.

Schauen Sie sie von oben und von der Seite genau an. Von oben sollte eine deutliche Taille erkennbar sein, während von der Seite die Bauchlinie sich nach hinten hin leicht heben sollte. Ist die Taille kaum oder gar nicht sichtbar und neigt die Bauchlinie sich nach unten, hat Ihre Katze zu viel auf den Rippen und hat übergewicht.

Ein herabhängender Bauch ist ebenfalls ein deutliches Zeichen, sollte aber nicht mit der natürlich vorkommenden Hautfalte zwischen den Hinterbeinen verwechselt werden. Diese ist unterschiedlich stark ausgeprägt bei allen Katzen vorhanden.

Bei Langhaarkatzen ist mögliches Übergewicht nicht gut zu erkennen. Hier hilft nur das Tasten nach den Rippen: Wenn Sie diese kaum oder gar nicht spüren, ist Ihre Katze eindeutig zu dick.

Ab wann ist eine Katze übergewichtig?

Die Frage, ab wann eine Katze übergewichtig ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das Gewicht alleine ist nicht aussagekräftig, denn es hängt von Rasse, Geschlecht, Alter und Größe ab. Eine Katze gilt grundlegend als zu dick, wenn Sie Rippen und Rückenwirbel nicht mehr gut ertasten können.

Wie übergewichtig Ihre Katze ist, lässt sich mit dem BCS definieren, dem Body Condition Score. Dieser ist in 5 Stufen eingeteilt, wovon die dritte Stufe dem Idealgewicht entspricht. Sind Rippen und Rückwirbel nur mit Mühe zu ertasten, entspricht dies der Stufe 4 und damit grob 15% Übergewicht. Wenn Sie Rippen und Rückenwirbel gar nicht mehr spüren können, befindet sich Ihre Katze in der 5. Stufe und ist mit 30% Übergewicht fettleibig.

Den Unterschied zwischen Muskelmasse und Fett können Sie leicht ertasten. Wie auch bei Menschen ist eine Fettschicht bei Katzen weich und nachgiebig. Sie lagert sich insbesondere an Rippen und Wirbeln an, weshalb sie hier den Gewichtszustand Ihrer Katze erspüren können.

Weshalb ist Ihre Katze zu dick?

Wenn Ihre Katze zu dick ist, sind die Gründe meist dieselben wie auch bei Menschen: Zu wenig Bewegung und eine zu hohe Kalorienaufnahme.

Viele Katzenbesitzer können dem vermeintlich hungrigen Miauen ihrer Katzen nicht widerstehen und füttern zu viel. Auch das niedliche Betteln nach Leckerlis führt schnell zu Übergewicht. Doch nicht nur zu viel, auch das falsche Futter kann schuld sein. Essensreste vom Tisch, aber auch Katzenmilch bringen unnötige Kalorien mit sich. Prüfen Sie auch, ob Ihre Katze sich von Ihren Nachbarn füttern lässt.

Insbesondere Wohnungskatzen haben weniger Möglichkeiten, sich ausreichend zu bewegen als Freigänger. Aber auch Tiere mit Gelenkproblemen oder anderen gesundheitlichen Handicaps bewegen sich weniger und setzen so leicht an.

Bringen Sie Ihre übergewichtige Katze für einen Check zum Tierarzt, um zu überprüfen, ob sie bereits unter Folgen ihres Gewichts leidet. Auch bei einem gesunden Diätplan kann Ihr Tierarzt Ihnen helfen.

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Ihre Katze auf Diät: Darauf kommt es an

Auch, wenn Sie schnell Ihre Katze auf Diät setzen wollen, ist jetzt Geduld gefragt. Denn das Verdauungssystem von Katzen ist sehr empfindlich. Fastentage vertragen sie beispielsweise gar nicht: Schon eine Hungerzeit von 24 Stunden erhöht das Risiko einer Fettleber enorm. Gerade übergewichtige Katzen sind davon betroffen.

Die Futtermenge sollten Sie ebenfalls nicht zu drastisch reduzieren. Denn mit weniger Futter nimmt Ihre Katze auch weniger Energie auf, wodurch sie schlapper wird und sich weniger bewegt. Je weniger sie sich bewegt, desto weniger Energie benötigt sie allerdings – es entsteht ein Teufelskreis.

Wichtig ist, dass Ihre Katze immer mit den lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt ist. Hochwertiges Futter sättigt nicht nur schneller, sondern enthält auch alles, was Ihre Katze benötigt.

Wiegen Sie Ihre Katze regelmäßig, um den Diäterfolg im Blick zu behalten. Die Abnahmen mögen gering scheinen, haben aber eine große Auswirkung. Und 100g Gewichtsverlust sind für eine Katze schon eine Menge. Als Daumenregel gilt, dass sie nicht mehr als 1% ihres Gewichts pro Woche abnehmen sollte.

Die richtige Futtermenge finden

Die richtige Futtermenge definiert sich nicht nach dem Gewicht des Futters, sondern der Energiedichte. Je weniger Kalorien es enthält, desto mehr kann und muss Ihre Katze davon fressen. Die Herstellerangaben geben meist aber nur an, wie viel Gramm Futter Sie geben sollten, ohne auf die enthaltenen Kalorien einzugehen.

Der ungefähre Kalorienbedarf einer ausgewachsenen und wenig aktiven Katze liegt bei 60 kcal pro Kilogramm Körpergewicht. Bei einer durchschnittlich aktiven Katze sind dies 70 kcal, und bei einem sehr aktiven Tier 80 kcal.

Holen Sie sich auch die Einschätzung Ihres Tierarztes ein, wie die ideale Futtermenge und -zusammenstellung für Ihre Katze aussieht.

Mehr Bewegung unterstützt das Abnehmen

Es ist logisch: Viel Bewegung unterstützt das Abnehmen. Aber nichts ist schwieriger, als eine unwillige Katze zu motivieren sich zu bewegen. Der Spieltrieb ist meistens eingeschlafen, so dass kaum ein Wedel Ihre Katze in den Jagdmodus versetzt.

Zwar besteht die Möglichkeit, das Futter in kleinen Portionen an verschiedenen Orten in der Wohnung zu verstecken. Allerdings müssen Sie hier genau im Blick haben, insgesamt nicht zu viel zu füttern. Und gerade bei Nassfutter wird dies schnell unhygienisch, wenn die Katze einzelne Verstecke nicht findet. Trockenfutter hingegen ist gerade bei der ohnehin belasteten Gesundheit einer übergewichtigen Katze nicht zu empfehlen.

Auch Futterbälle, aus denen nur mit viel Bewegung Leckerlis fallen, bergen das Risiko, am Ende doch zu viel zu füttern. Sie sollten wenn, dann nur selten zum Einsatz kommen.

Eine zweite Katze oder Freigang sind sicherere Methoden, Ihrer Katze zu Bewegung zu verhelfen. Ist dies nicht möglich, müssen Sie kreativ werden: Versuchen Sie, herauszufinden, was die Neugier Ihrer Katze weckt. Pappkartons, die mit zerknülltem und raschelndem Papier gefüllt sind oder ein neues Spielzeug wirken manchmal Wunder. Wenn Bekannte Katzen oder Hunde besitzen, kann auch eine Decke, die nach diesen fremden Tieren riecht, die Neugier Ihrer Katze wecken. Und nicht zuletzt wecken Spielzeuge mit Katzenminze oder Baldrian fast immer Begehrlichkeiten in Ihrer Katze und motivieren sie, sich zu bewegen.

Die Wahl des richtigen Futters

Nicht nur die Menge an Kalorien, auch die Wahl des richtigen Futters ist wichtig. So enthält Nassfutter deutlich mehr Wasser als Trockenfutter, wodurch die Energiedichte niedriger ist. Ihre Katze kann also größere Portionen fressen, ohne mehr Kalorien zu sich zu nehmen. Zudem nimmt sie mehr Flüssigkeit zu sich, was ihre Nieren entlastet.

Wenn Ihre Katze dennoch nicht satt wird, können Sie anfangs Futterzellulose nutzen. Diese unverdaulichen Ballaststoffe füllen den Magen und erhöhen das Sättigungsgefühl. Gewöhnen Sie Ihre Katze aber langsam daran, um Verdauungsprobleme zu vermeiden.

Vermeiden Sie Diätfutter. Dieses enthält einen hohen Anteil an Kohlenhydraten, um Kalorien zu sparen. Katzen können Kohlenhydrate aber nicht verdauen, so dass dieses Futter nicht für eine gesunde Ernährung geeignet ist.

Auch Katzenmilch, Snacks und Leckerlis sollten Sie vom Speiseplan streichen. Zwar können sie diese Kalorien gegen den Bedarf Ihrer Katze rechnen, doch verkleinern sich dadurch ihre Futterportionen stark – eine hungrige und missmutige Katze ist die Folge. Wenn, dann sollten Leckerlis eine absolute Ausnahme sein.

Zuletzt achten Sie darauf, alle Essensreste gut und katzensicher zu verstauen, damit Ihre Katze sich nicht heimlich am Kochtopf bedient.

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